Datum: 02.09.2013

Wie viel Natur steckt in Schokolade und Hosen?

Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe

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Quelle: (c) Pexels CC0

Alle Verbraucher schleppen ihn täglich mit sich rum und bemerken ihn trotzdem kaum: den „ökologischen Rucksack“. Wissenschaftler bezeichnen mit diesem Maß alle Material- und Stoffströme, die während des Lebensweges eines Produktes in Bewegung gesetzt werden – um so den durch das Produkt verursachten „Naturverbrauch“ eingängiger darstellen zu können. Das aktuelle Material der Woche führt Jugendliche an dieses Konzept heran und zeigt ihnen, wie es sich im Alltag für mehr Nachhaltigkeit nutzen lässt.

Das vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie herausgegebene Unterrichtsmaterial „Produkte, Dienstleistungen und Nachhaltigkeit“ richtet sich an Schülerinnen und Schülern ab der Klasse 8. Sie werfen einen Blick hinter die Produktionsprozesse in Unternehmen und analysieren, wie diese nachhaltiger gestaltet werden können. Vom Verbraucherzentrale Bundesverband beauftragte Bildungsexperten bewerten das Material mit „sehr gut“.

Das sollen Schülerinnen und Schüler lernen

In dem vom Wuppertal Institut in der Reihe „Kurs 21“ herausgegebene Lernmodul beschäftigen Schülerinnen und Schüler sich zunächst mit den grundlegenden Unterschieden zwischen Produkten und Dienstleistungen. Sie lernen die einzelnen Schritte kennen, die zum Beispiel für die Herstellung einer Hose oder eines Stuhls notwendig sind, ergründen den dabei verursachten „Naturverbrauch“ und befassen sich in diesem Zusammenhang mit dem „ökologischen Rucksack“ als ein Maß für dessen Berechnung. Anschließend geht es um die Bewertung von Produkten und Dienstleistungen unter Nachhaltigkeitsaspekten sowie mögliche Stellschrauben, mit denen Unternehmen den „Naturverbrauch“ der von ihnen hergestellten Waren verringern können. Als Beispiele dienen unter anderem der „Naturverbrauch“ beim Arztbesuch und bei der Herstellung einer Tafel Schokolade.

Einsatz im Unterricht

Einen festen Unterrichtsablauf gibt das aktuelle Material der Woche nicht vor. Die rund 20 Arbeitsblätter und Aufgaben können je nach zur Verfügung stehender Zeit und Vorwissen der Schülerinnen und Schüler komplett oder als Ausschnitt im Unterricht eingesetzt werden. Zur Vorbereitung auf die einzelnen Themen stehen Lehrkräften ausführliche Hintergrundinformationen bereit, zum Beispiel zu den Grundzügen der nachhaltigen Entwicklung, zu Ökolabeln und Gütesiegeln oder zu Chancen und Grenzen der Nachhaltigkeitsbewertung von Produkten. Wo gesonderte Materialien für die Unterrichtsgestaltung benötigt werden, ist dies vermerkt. Auf allen Arbeitsblättern werden zudem die Methoden und Aktivitäten hervorgehoben, die in den jeweiligen Unterrichtsstunden im Vordergrund stehen.

Methodisch-didaktische Hinweise

Didaktisch orientiert sich das Modul am Konzept der Gestaltungskompetenz. Gemeint ist damit das Einüben jener Fähigkeiten, mit deren Hilfe Jugendliche ihre Zukunft aktiv und verantwortungsvoll mit gestalten können, etwa durch vorausschauendes und vernetztes Denken oder die Fähigkeit, sich und andere zu motivieren. Methodisch setzen die Autoren vor allem auf Rechercheaufgaben, Diskussionen, Erkundungen außerhalb des Schulumfelds, etwa in Unternehmen, sowie auf Aktivitäten wie Interviews oder Präsentationen. Das aktuelle Material der Woche eignet sich unter anderem für den fächerübergreifenden Unterricht und den Einsatz in den Fächern Ethik, Wirtschaft und Sozialkunde.

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