Datum: 09.01.2014

Datenschutz in Eigenregie

Hilfestellungen für den Schulunterricht

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Quelle: (c) pixabay.com CC0 Public Domain

Das Jahr 2013 hat’s endgültig ans Licht gebracht: Nicht nur (Internet-) Unternehmen legen einigen Ehrgeiz beim Ausspähen persönlicher Daten ihrer Kundschaft an den Tag. Auch staatlicherseits wird gespäht, was das Zeug hält. Einige Daten sollte man daher gut schützen. Digitale Selbstverteidigung will aber gelernt sein. Viele gute Unterrichtsmaterialien geben Hilfestellung.

Medienkompetenz vermitteln – das umfasst zum einen die Kompetenzen zum Schutz der eigenen Daten erweitern und zum anderen um die eigenen Rechte wissen. Spätestens seit der Aufdeckung der weltweiten Überwachung und Ausspähung von Internetnutzern durch staatliche (us-amerikanische) Stellen heißt es zu zeigen, wie man seine eigenen Daten schützen kann und zu verdeutlichen, welche Rechte jedem Einzelnen beim Schutz seiner Privatsphäre zustehen.

Möglich ist dieser Datenschutz zum Teil auch in Eigenregie. Dessen Grundlagen zu vermitteln, ist auch Aufgabe der Schule. Denn das vom Bundesverfassungsgericht verbriefte Recht auf informationelle Selbstbestimmung kann nur durchsetzen, wer davon weiß – und Gelegenheit bekommt, das eigene Nutzungsverhalten zu reflektieren und gegebenenfalls anzupassen. Methoden und Werkzeuge dafür gibt es viele.

Ausgewählte Unterrichtsmaterialien zum Datenschutz

Auf den folgenden zwei Seiten hat das Materialkompass-Team ausgewählte Unterrichtsmaterialien zum Datenschutz zusammengestellt. Sie eignen sich für den Unterricht mit verschiedenen Altersklassen, wurden von unabhängigen Bildungsexperten im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands auf den inhaltlich-didaktischen Prüfstand gestellt und mindestens mit „gut“ bewertet. Bis auf eine Ausnahme sind sie kostenlos zu beziehen.

Meine Daten kriegt ihr nicht!

Herausgeber: Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit
Link: Meine Daten kriegt ihr nicht!
Gesamturteil: sehr gut
Inhalt: Was sich durch einfache Suchanfragen alles über (fiktive und reale) Personen im Internet herausfinden lässt, können Schülerinnen und Schüler ab der Klasse 6 mit diesem Material nachvollziehen. Außerdem lernen sie, sich sicher in sozialen Netzwerken anzumelden und online nicht zu viel von sich preiszugeben. Die Unterrichtseinheit ist für etwa zwölf Unterrichtsstunden angelegt und lässt sich ohne große Vorkenntnisse einsetzen.

 

Ich bin öffentlich ganz privat. Datenschutz und Persönlichkeitsrechte im Web

Herausgeber: klicksafe.de
Link: Ich bin öffentlich ganz privat. Datenschutz und Persönlichkeitsrechte im Web
Gesamturteil: sehr gut
Inhalt: Datenschutz ist ein Grundrecht. Wie es sich praktisch umsetzen lässt, zeigt dieses Zusatzmodul zum Handbuch „Know-how für junge User“. Die Schülerinnen und Schüler lernen unter anderem, was personenbezogene Daten sind, wie sie selbst täglich digitale Datenspuren im Netz hinterlassen und was sie tun können, um die Kontrolle über ihre eigenen Persönlichkeitsrechte zu behalten. Das Modul eignet sich für den Unterricht von der 4. bis zur 13. Klasse.

 

Schutz der Privatsphäre im Internet

Herausgeber: Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation
Link: Schutz der Privatsphäre im Internet
Gesamturteil: sehr gut
Inhalt: Warum es wichtig ist, die eigene Privatsphäre auch online zu schützen und wie schnell im Internet falsche Identitäten oder Eindrücke über eine Person entstehen können, zeigt dieses für die Klassen 8 bis 13 konzipierte Material. Es bietet viele Übungen, etwa zum sicheren Umgang mit persönlichen Daten, zur Reflektion eigener Nutzungsgewohnheiten oder zur Identifikation gefälschter Online-Identitäten.

 

Privates im Netz? Die Schulstunde als Talkshow

Herausgeber: Bundeszentrale für politische Bildung
Link: Privates im Netz? Die Schulstunde als Talkshow
Gesamturteil: sehr gut
Inhalt: Unter welchen Umständen es sinnvoll sein kann, private Daten im Internet zu veröffentlichen und wann man davon besser absieht, zeigt dieses Material. Es nutzt das Format der Talkshow-Diskussion und lässt Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis 11 unter anderem darüber debattieren, ob Anonymität im Netz ein schützenswertes Gut ist. Außerdem lernen sie, zu welchen Zwecken Staaten und Unternehmen persönliche Daten sammeln.

 

Facebook: Mit Chancen und Risiken bewusst umgehen

Herausgeber: Bundeszentrale für politische Bildung
Link: Facebook: Mit Chancen und Risiken bewusst umgehen
Gesamturteil: sehr gut
Inhalt: Das soziale Netzwerk Facebook erfreut sich trotz seines Rufs als Datenkrake unter Jugendlichen großer Beliebtheit. Wie weit die Datensammelwut des US-Konzerns geht, können Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 und 8 anhand dieses für zwei Unterrichtsstunden konzipierten Materials nachvollziehen. Durch Erstellung eines fiktiven Profils und einen genauen Blick auf die Bestimmungen der Plattform schärfen sie ihren Blick für die Bedeutung des sensiblen Umgangs mit eigenen und fremden Daten.

 

 

Soziale Netzwerke

Herausgeber: ´Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung / Universum Verlag
Link: Soziale Netzwerke
Gesamturteil: sehr gut
Inhalt: Während Jugendliche Facebook und andere soziale Netzwerke meist toll finden, überwiegt bei deren Eltern oft Skepsis. Diese für den Unterricht in den Klassen 10 bis 13 konzipierte Unterrichtseinheit regt eine sachliche Auseinandersetzung zwischen beiden Perspektiven an. Die Jugendlichen lernen ihr eigenes Nutzungsverhalten zu reflektieren und ihre Position mit Argumenten zu vertreten.

 

 

Grenzenlose Kommunikation - Gefahren im Netz erkennen und vermeiden

Herausgeber: Stiftung Medienpädagogik Bayern
Link: Grenzenlose Kommunikation - Gefahren im Netz erkennen und vermeiden
Gesamturteil: sehr gut
Inhalt: Schon bei Grundschülern steht die Kommunikation über E-Mails oder Online-Chats hoch im Kurs. Wie sie dabei auf der sicheren Seite bleiben und nicht zu viel von sich preisgeben, zeigt dieses für eine Doppelstunde angelegte Material. Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bis 4 lernen damit, kritische Situationen in Online-Chats zu erkennen und daraus Regeln zur sicheren Kommunikation abzuleiten. In einem Ratespiel werden sie außerdem an die Grundlagen des Schutzes ihrer persönlichen Daten herangeführt.

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