Datum: 01.04.2025

Good Practice: Verbraucherschule International

Trinationales Projekt am Hubertus-Schwartz-Berufskolleg

Mitte Dezember 2024 herrschte am Hubertus-Schwartz-Berufskolleg (HSBK) eine besondere internationale Atmosphäre. Schüler:innen aus Logroño/Spanien (IES Comercio) und Vichy/Frankreich (Lycées Albert Londres) waren für fünf Tage zu Gast an dem kaufmännischen Berufskolleg in der westfälischen Kleinstadt. Hintergrund war das erste von insgesamt drei Projekttreffen im Kontext von ERASMUS+ zum Thema Verbraucherschule international.

Man sieht ein Gruppenfoto vom Projekt-Kick-off, auf dem Schüler:innen die französische, die spanische und die deutsche Flagge hochhalten.

Quelle: Hubertus Gosmann

Initiiert wurde das zweijährige Projekt durch das Hubertus-Schwartz-Berufskolleg, selbst Verbraucherschule Gold, und seit einigen Jahren sehr engagiert in vielfältigen Themenbereichen der vier Handlungsfelder der Verbraucherbildung. So wurden in der Vergangenheit neben vielen unterrichtlichen Anlässen zur Verbraucherbildung auch zahlreiche Projekte, wie beispielsweise eine Schülergenossenschaft namens PencilMania, ein wöchentliches RepairCafe oder die TauschBar umgesetzt. Zudem wurden bereits zweimal Verbraucherchecker in Lerngruppen einer Bundesfachklasse für Verwaltungsfachangestellte ausgebildet, die die Themen der Verbraucherbildung in Ihre Ausbildungsbetriebe über das gesamten Bundesgebiet multiplizieren.

„Nun gehen wir als für uns logische Konsequenz einen Schritt weiter und heben die Verbraucherschule auf die internationale Bühne“, sagt Hubertus Gosmann, kommissarischer Schulleiter des HSBK und von Tag Eins an projektverantwortlich für die Verbraucherschule. „Mit dem trinationalen Erasmus+ Projekt unter dem Arbeitstitel „Consumer Education – A contribution of European Schools to sustainable behavior and critical use of digital media“ verbinden wir zwei besondere Ausrichtungen unserer Schule, denn wir sind nicht nur eine Verbraucherschule Gold, sondern auch eine Europaschule.“

Der stellvertretende Schulleiter Hubertus Gosmann lächelt in die Kamera.

Quelle: © HSBK

Hubertus Gosmann
Studiendirektor, Komm. Schulleiter

„Nun gehen wir als für uns logische Konsequenz einen Schritt weiter und heben die Verbraucherschule auf die internationale Bühne.“

Mit den Partnerschulen wurde vereinbart, dass im Projekt gemeinsam die Themen „E-Commerce/online shopping“, „Private sale on the internet“, „First apartment/share apartment“, „AI-Chatbots“ und „(School)bullying in social networks“ behandelt werden. In den ersten Arbeitsphasen in Soest stand das Thema „Fake News“ im Vordergrund. Unterstützung leistete ein Journalist, der an aktuellen Beispielen die Auswirkung auf Nachrichten und die Medienwelt darstellte. Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit Fragen zu stellen und mehr über die Herausforderungen des Journalismus im digitalen Zeitalter zu erfahren. Um das Verständnis für die veränderte Medienwelt zu vertiefen, besuchten die Schülerinnen und Schüler auch das Heinz-Nixdorf-Museum in Paderborn. Hier erwartete sie ein spannender Vortrag über die Geschichte der Kommunikationswege und aktuelle Entwicklungen der digitalen Welt.

Mit der Behandlung dieser Themen leisten die beteiligten Schulen einen Beitrag zur Bewältigung der digitalen Transformation, in dem sie die digitalen Fähigkeiten und Kompetenzen ihrer Schüler:innen stärken, Medienkompetenz vermitteln und zur Bekämpfung von Desinformation beitragen.

Die Projekttreffen bieten den jungen Europäer:innen nicht nur die Gelegenheit, neue Freundschaften zu schließen und kulturelle Hintergründe auszutauschen, sondern auch Verbraucherthemen zwischen den Ländern zu erörtern und voneinander zu lernen. Für die ausländischen Partnerschulen könnte es zusätzlich noch einen besonderen Mehrwert geben, wenn am Ende des Projektes vielleicht eine Zertifizierung als Verbraucherschule nach unseren deutschen Reglement gelingen würde.

Das nächste Projekttreffen findet im Frühjahr 2025 in Vichy/Frankreich statt, wo die Lernenden aus den drei Nationen sich gemeinsam mit den wichtigen und pragmatischen Themen rund um die erste eigene Wohnung und den Chancen und Risiken im E-Commerce auseinander setzen werden.

Im Vorfeld des Projekt-Kick-offs, reiste Hubertus Gosmann Anfang Dezember 2024 mit 24 weiteren Vertreter:innen von Verbraucherschulen aus ganz Deutschland auf Einladung der europäischen Kommission unter dem Thema „Reality Check in Brussels for Education Multipliers“ nach Brüssel, wo man sich in Vorträgen und Diskussionen mit aktuellen, europäischen Themen des Verbraucherschutzes auseinandergesetzt hat.

Gosmann resümiert „Der Besuch in Brüssel bestätigt mich in besonderer Weise darin, dass man die Verbraucherbildung nicht nur national sehen kann und darf, sondern international denken muss. Insofern sehe ich uns mit unserem Projekt Verbraucherschule international auf genau dem richtigen Weg die Zukunft der Jugendlichen global zu denken und zu gestalten“.

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